Pamir am Limit

09.

08.

2017

China Tour | erzÀhlt von Michl

Wir werden sehr frĂŒh wach und packen zusammen. Wir mĂŒssen endlich runter von dem Pass. Alex hat in der Nacht zwar nicht gefroren, doch dafĂŒr hat er Kopfschmerzen bekommen. Ein Zeichen fĂŒr Höhenkrankheit. Nach einem kurzen FrĂŒhstĂŒck machen wir uns auf den Weg. Es sind ja nur noch 10 Kilometer und das auch noch bergab. Wir sollten uns auch an dieser Stelle tĂ€uschen.

Wir brauchen fast bis zum Mittag, um diese Strecke zu schaffen. Besonders die letzten Kilometer sind hart. Wir mĂŒssen große FlĂ€chen ĂŒberqueren, an denen Erdrutsche niedergegangen sind. Mirco und Honsa fahren als beste Offroad-Fahrer voraus und zeigen ein paar Pfade auf, wo es möglich ist zu fahren. Alex bleibt bei uns und hilft uns diese Wege zu finden. 

Mit seiner leichten Maschine macht er viele Wege doppelt und bringt uns, die „Packesel“, sicher bis zur Straße. Wir sind jetzt auf der M41 angekommen und wollen es heute, wenn es geht, noch bis Murgab schaffen. Einen Platz fĂŒrs Mittagessen finden wir in der NĂ€he der heißen Quellen und dort ziehen Mirco, Honsa und ich endlich unsere nassen Stiefel aus.

Dass die Motorradstiefel in einer Nacht trocknen, war natĂŒrlich nicht möglich. Wir haben PlastiktĂŒten an den FĂŒĂŸen, das bedeutet, dass wir „nur“ kalte FĂŒĂŸe haben. Es ist zwar eine schlechte Idee, die FĂŒĂŸe luftdicht zu verpacken und es wĂ€re besser, erst alles zu trocknen, doch es ist das Beste, was wir hier machen können, bis wir Murgab erreicht haben und die Stiefel richtig trocknen können.

Nach dem Mittagessen verabschieden wir uns von Honsa und Mirco. Die beiden wollen noch in ein anderes Tal fahren und auch noch weiter in die Richtung der Chinesischen Grenze nach SĂŒd-Osten. Alex, Anja und ich machen uns auf den Weg nach Murgab.

Die Stecke verlĂ€uft zwar praktisch fast eben, aber halt auf 3.500 Meter Höhe. Der Vergaser von Alex gibt alles, doch nach kurzer Zeit bekommen wir sehr starken Gegenwind. Alex und ich beschließen, dass er in meinem Windschatten fĂ€hrt. Die Twin zuckelt also voraus und Alex ist so dicht hinter mir, dass er mich anfassen könnte.

Mehr als 70 km/h ist aber nicht drin. Das funktioniert jedoch nur, weil hier so gut wie keine anderen Fahrzeuge unterwegs sind und wir dort fahren können, wo es am einfachsten ist. Die tiefen Schlaglöcher machen es zwar nicht grad einfacher so dicht nebeneinander zu fahren, aber wir verstehen uns blind und bringen damit einen Großteil der Strecke hinter uns.

25 Kilometer bevor wir Murgab erreichen, fĂ€ngt es dann an zu regnen. Wir entschließen uns einfach weiter zu fahren, ohne die Regenkombis anzuziehen. Es war ein echt langer Tag und wir wollen nur noch in ein Zimmer mit Dusche haben. Der Himmel wird so dunkel, als wĂ€re es schon tiefste Nacht.

Zu allem Überfluss mĂŒssen wir an einem Polizeiposten anhalten und uns registrieren lassen. Der Posten ist aber nur ein rudimentĂ€res Steinhaus ohne Strom oder Ofen. Ich hole meine Taschenlampe aus dem Tankrucksack, damit der Polizist in einer ertrĂ€glichen Geschwindigkeit unsere Daten ausfĂŒllen kann. Wir sind bereits völlig durchnĂ€sst - doch der Typ hat Zeit ohne Ende.

Nach diesem langen Tag kommen wir in dem einzigen Hotel, oder anders gesagt, dem was diesen Namen im Ansatz verdient, in Murgab an. Wir haben GlĂŒck, es ist gerade Duschzeit. Soll heißen: der Generator macht heißes Wasser und Strom fĂŒr die Pumpe.

Nach einer guten Portion „Plov“ – eine Art russischen Paella - machen wir es uns dann mit noch ein paar Bier im Gastraum gemĂŒtlich und haben ein sehr nettes GesprĂ€ch mit Paul. Er ist Australier und arbeitet fĂŒr eine Bergbaugesellschaft in Bischkek. Da wollen wir ja auch noch hin. Er kennt sich mit der 125er von Alex gut aus und wird ihm morgen noch helfen einige Einstellungen an dem Vergaser zu machen. Nebenbei lernen wir auch, was der Hash-Bier-Club ist. Das ist aber eine andere Geschichte, die ich hier nicht ausfĂŒhren werde.

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