Hochzeitsgr√ľ√üe von der Seidenstra√üe

01.

08.

2017

China Tour | erzählt von Michl

Nach dem wir jetzt schon sehns√ľchtig wieder auf Vegetation hoffen, werden wir in Samarkand zumindest mit B√§umen und Str√§uchern erfreut. Aber auch hier sind die G√§rten, nur wenn alles bew√§ssert wird, gr√ľn.

Tats√§chlich hatte ich mir pers√∂nlich von dieser Stadt mehr Eindr√ľcke und mehr Leben erhofft. Was Anja und ich sehen, ist aber mehr eine Stadt, die noch dabei ist, sich selbst zu finden. Zum Teil sind die Menschen bettelarm und zum anderen ist hier √ľberall eine Art Aufbruch zu sp√ľren.

Es wird viel an der Infrastruktur getan und die Stadt hat es auch bitter n√∂tig. Insgesamt fehlt mir aber der Stolz der Menschen ‚Äď das allgegenw√§rtige Gef√ľhl, wenn man zum Beispiel in Rom oder Paris oder Moskau ist. Die Geschichte der Stadt muss sich auf keinen Fall verstecken.

Doch es gibt super Nachrichten. Wir haben ein Guesthouse gewählt, bei dem wir das erste Mal in Usbekistan wie Gäste und Freunde behandelt werden. Es werden sicherlich einige Leser, die selbst in dem Land gewesen sind, einiges anders erfahren haben, doch Anja und mir war es nach Tagen endlich möglich, dass wir uns entspannen.

Wir treffen unter anderem eine nette Familie aus der Schweiz. Mit den Eltern erz√§hlen wir viel √ľber Politik, das Leben und Reisen. Beide sind auch schon sehr viel in der Welt herumgekommen. Die beiden ermutigen uns und finden viele nette Worte.

Wir k√∂nnen uns zum Gl√ľck auch bedanken, denn wir sind mit unserer Reiseapotheke bestens ausgestattet und k√∂nnen ihren S√∂hnen, die mit Magenproblemen im Hotelzimmer liegen, eine Runde Tabletten ausgeben. Wir haben tats√§chlich bis auf zwei Aspirin noch kein einziges Medikament zu uns nehmen m√ľssen und hoffen auch, dass wir das beibehalten k√∂nnen. Ist doch eine sch√∂ne Gewohnheit geworden.

Wir verbringen hier zwei Tage und k√∂nnen sogar Tanken ‚Äď an einer richtigen Tankstelle mit S√§ulen. Dort bezahlen wir dann auch einen landes√ľblichen Preis. Alles in allem kann man sagen, dass Samarkand uns den Glauben an Usbekistan zur√ľckgegeben hat. 

Doch wir bereiten uns auch schon auf ein wichtiges Datum vor, dass wir zu Hause leider verpassen: Unsere Freunde, Sven und Steffi, feiern dieses Jahr ihre Hochzeit und da m√∂chten wir ihnen einen Hochzeitsgru√ü √ľbermitteln. Wir drapieren uns also vor dem Mausoleum des Timur oder auch Tamerlan und nehmen eine Gru√übotschaft auf, die hoffentlich auf ihrer Hochzeit abgespielt wird. 

Als wir am letzten Abend aus dem Restaurant kommen, stehen auf einmal zwei andere Reisemaschinen neben unseren. Yuri und Sergeij sind aus Moskau und wir haben eine Unterhaltung, die sich auf meine schlechten Russischkenntnisse und den Google Translater st√ľtzt. Wir kommen zwar klar, aber mehr als Basisinformationen k√∂nnen wir nicht austauschen. 

Am n√§chsten Tag fahren wir weiter Richtung Norden nach Taschkent und die anderen beiden nach S√ľden um schnell zum Pamir und nach Tadschikistan zu kommen. Wir haben ja weiterhin das Problem mit der Wasserpumpe an der BMW und ich bin mir sehr unsicher, ob wir es damit wagen sollen einen so krassen Weg, wie den Pamir Highway, zu fahren.

Die Ersatzteile sind bestellt und noch lange auf dem weiten Weg zu uns. Wir könnten uns also die Wartezeit mit den verlockenden Offroad-Stecken des Pamir vertreiben, aber laufen ebenso Gefahr im Hinterland von Tadschikistan liegenzubleiben.

Wir sprechen mit einigen Leuten, die sich mit der BMW und der Strecke auskennen. Zu guter Letzt schreiben wir den Vorbesitzer der Maschine an, was er dazu sagt, denn Anjas BMW hat ja den langen Weg schon einmal bewältigt!

Als wir in Taschkent ankommen, stehen eine Menge Fragen offen im Raum. Wir kommen in einem netten Hotel unter und finden noch eine weitere Schwierigkeit heraus. Wir haben bei der Visa-Beantragung einen Zahlendreher angegeben und nun ist in meinem Visum die Passnummer falsch.

Aber das Beste kommt noch: Wir haben, ohne dass wir es wissen, eine Drohne illegal ins Land gebracht. Das ist nach einigen Nachforschungen ein richtiges Problem. Soll hei√üen, im schlimmsten Fall wird die Drohne zerst√∂rt oder wir m√ľssen die zerst√∂ren. Danach werden wir eine Strafe zahlen m√ľssen und vielleicht werden wir auch des Landes verwiesen. Was in unserem Fall bedeutet: die Polizei bringt uns zum Flughafen und wir werden mit dem n√§chsten Flug nach Hause geschickt. Mit den Motorr√§dern und auf unsere eigenen Kosten.

Das ist f√ľr uns in der Tat so dringend und schwierig, dass wir die Botschaft anrufen und um Hilfe bitten. Der Mann ist sehr hilfsbereit, aber wirklich etwas tun k√∂nnte er erst, wenn wir verhaftet werden. Es ist ein Risiko, wenn wir ein Paket aufgeben oder wenn wir versuchen die Drohne wieder au√üer Landes zu schmuggeln.

Die Beamten sind bestechlich und wir behalten das als letzten Ausweg im Hinterkopf. Wir werden auf jeden Fall versuchen, die Drohne wieder außer Landes zu bringen. Hat ja auch bei der Einreise geklappt.

Dass wir hier auch ein wenig warten mussten, ist erneut unser Gl√ľck gewesen. Wir bekommen von allen Leuten die Empfehlung die Fahrt √ľber den Pamir zu machen. Als wir dann auch noch ausrechnen, dass wir entweder in Almaty warten m√ľssen oder in der gleichen Zeit auch in Tadschikistan ein absolutes Highlight erleben k√∂nnen, machen wir alles fix.

Wir begeben uns zur Turkmenischen Botschaft und erfahren, dass man einen Zahlendreher nur mit einem neuen Antrag beheben kann. Das war f√ľr uns schwer zu schlucken, denn das hei√üt, wir m√ľssen erneut 70 Euro zahlen, aber am Ende sitzen die Beamten immer am langen Hebel.

Also machen wir einen neuen Antrag. Das Tolle dabei: Wir bekommen innerhalb von 2 Stunden das Visum per E-Mail. Dann drucken wir das aus und schon kann es weitergehen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Ryan, der uns bei der elektronischen Bezahlung geholfen hat.

Was wird uns auf dem legendären Pamir Highway wohl alles erwarten? Wir haben die unterschiedlichsten Geschichten gehört. Wird Zeit sich selbst ein Bild zu machen.

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