Wege durch Schweden

18.

07.

2016

Norwegen Tour | erz├Ąhlt von Anja

Abermals ├╝berqueren wir die norwegisch / schwedische Grenze, nur dieses Mal in die andere Richtung. Langsam ist es Zeit an den R├╝ckweg zu denken, doch wir haben noch Zeit die Sch├Ânheit Schwedens zu genie├čen.

Bei dem ganzen Regen, w├Ąre es sch├Ân mal wieder ein Dach ├╝ber dem Kopf zu haben und eine Waschmaschiene ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium! In unserem Reisef├╝hrer entecken wir einen Platz mit den herrlichen Wasserf├Ąllen von Ronja R├Ąubertochter ÔÇô nichts wie hin!

Wieder sind wir in Regenkombi unterwegs, doch als wir den Platz erreichen, lockern sich die Wolken schon auf und sobald unser Zelt errichtet ist, k├Ânnen wir sogar ein Weilchen in der Sonne sitzen.

Der Platz ist tats├Ąchlich perfekt! Neben dem kleinen Restaurant kann man bereits zum Flu├č hinunter blicken, der sich durch den dichten Wald schl├Ąngelt. Als wir zu den Zeltpl├Ątzen hinter gehen, k├Ânnen wir bereits das Tosen des Wasserfalls h├Âren. Wir sind zun├Ąchst die einzigen, die ihr Zelt aufbauen, doch einige Familien pilgern an uns vorbei und verschwinden im Wald. Sicherlich ist dort ein kleiner Aussichtspunkt zum Wasserfall.

Doch wir ├╝berlassen den Wasserfall erst einmal den Touristen, k├╝mmern uns ums Einkaufen und frische W├Ąsche. Auf dem Campingplatz gibt es eine kleine K├╝che. Nicht nur eine ├╝berdachte Kochstelle ÔÇô eine richtige K├╝che. Mit einem kleinen Tisch mit einer altmodischen, gebl├╝mten Plastiktischdecke und Holzst├╝hlen. Ein Traum! Den ganzen Nachmittag verbringen wir in dem kleinen Zimmer und freuen uns endlich wieder vier w├Ąnde um uns zu haben, keine M├╝tze und dicke Jacke zu tragen und unter unserem Vorzelt zu hocken. Das Abendessen gibts von richtigen Porzelan Tellern und ich packe die frisch duftende W├Ąsche wieder zusammen.

Als der Andrang am Wasserfall dann schlie├člich nachl├Ąsst wandern auch wir hinunter zum Wasserfall. Eine richtige Wanderung ist es nun ja nicht. Nach nur f├╝nfzig Metern stehen wir vor dem beeindruckenden Spektakel. Wir sind ganz allein und k├Ânnen das Naturschauspiel genie├čen. Am Flu├čufer kann man dem Verlauf folgen und ├╝ber die Felsen so nah heran treten, das wir die Gischt im Gesicht sp├╝hren.

 

Auch etwas Flu├čaufw├Ąrts kommt man direkt ans Wasser heran und Michl stellt sich mutig auf die glitschigen Felsen direkt in den Flu├člauf. Die Belohnung ist der herrliche Sonnenuntergang, der sich glitzernd in den Wellen spiegelt. 

Zum Fr├╝hst├╝ck gibts frisch gebackenes Brot, das wir am Abend schon im Ofen vorbereitet hatten. Und wir k├Ânnen im Sonnenschein vor unserem Zelt speisen. So kann der Tag starten.

Leider ziehen schon wieder dicke Wolken auf. Also packen wir schnell zusammen, solang das Zelt noch trocken ist, schl├╝pfen in die Regenkombis und d├╝sen los. Wir waren schon fast so weit, mit vollgas gen S├╝den zu fahren um dem Regen zu entkommen und uns einfach einen Campingplatz zu suchen, wo wir die letzten Tage aussitzen, doch wir wir haben doch noch Hoffnung das es besser wird. Sollte es noch l├Ąnger Regnen w├Ąre auch am Campingplatz hocken keine Alternative und wenn die Sonne scheint, wollen wir das lieber zum Fahren nutzen. Also geht es noch einmal einen kleinen Zipfel gen Norden nach ├ůsele.

Durch die schweren Stra├čensch├Ąden im Winter werden die Stra├čen in Schweden und Norwegen gef├╝hlt jedes Fr├╝hjahr neu geteert. Wir gleiten also regelrecht auf nagel neuen Stra├čen dahin, auf denen noch nicht einmal die Linien neu gezogen wurden. Doch auf einer der Bundesstra├čen verl├Ąsst uns pl├Âtzlich unser Gl├╝ck. Von glatten Asphalt geht es pl├Âtzlich in unebenen Schotter ├╝ber und wir m├╝ssen den Schlagl├Âchern ausweichen ÔÇô so tief sind sie. Kein Schild, kein Hinweis nichts. Eine Bundesstra├če auf der 110 erlaubt sind ÔÇô in Deutschland undenkbar.

Nach ungef├Ąhr 20 Kilometern kommt dann ein Baustellen Schild. Wir denken uns noch, ob die sich nicht geirrt haben und das nicht etwas zu sp├Ąt aufgestellt haben, doch die Stra├če wird immer schlimmer. Mit gerade mal 40 km/h schleichen wir ├╝ber die Bundesstra├če und man├Âvrieren uns durch die Schlagl├Âcher. Diese sind mittlerweile so tief, das der halbe Reifen darin verschwinden k├Ânnte und ruhig ein zwei Meter lang ÔÇô schon eher Schluchten! Wir ├╝berholen ein Pannenfahrzeug, das, noch halb im Schlaglog stehend schon einen platten Reifen hat.

Hier handelt es sich aber nicht um eine Nebenstra├če! Uns ├╝berholen munter Sattelschlepper und Neufahrzeuge, die Sorge um einen Steinschlag scheint hier fremd! Um den Stra├čensch├Ąden im Winter vorzubeugen lassen die Schweden den Teer scheinbar ganz weg!

In den n├Ąchsten Tagen lernen wir noch so einiges ├╝ber die Stra├čen Schwedens: Es gibt zwei Arten. Schnur gerade, mehrspurige Autobahnen, die dich Stundenlang durch den dichten Fichtenwald quer durchs Land bringen und (alles was davon abzweigt) Schotterweg. So kann sich eine kleine Abk├╝rzung zwischen zwei Schnellstra├čen ganz sch├Ân in die L├Ąnge ziehen.

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