Das Ende der Welt und dar├╝ber hinaus

02.

04.

2016

Fahreralltag | erz├Ąhlt von Anja

Heute geht es nach Hirschbach in der Oberpfalz. Wir besuchen unsere Freunde ÔÇ×Team VestnerÔÇť f├╝r eine gemeinsame Ausfahrt. Au├čerdem wartet auf Michl ein Satz neuer Reifen, den uns Heinz ├╝ber seinen Reifen-Service bestellt hat. Doch auch wenn Hirschbach laut Karte mitten in der Oberpfalz liegt, scheint es das Ende der Welt zu sein und wir m├╝ssen noch ein St├╝ck weiter!

Etwas mehr als 100 Kilometer liegen vor uns. Als Langstreckenfahrer ist das ja ein Kinderspiel f├╝r uns. Den Anfang der Strecke fahre ich voraus, den Weg bis Neumarkt finde ich schlie├člich im Schlaf. Michl, mein lebendes Navi, hat sich den Rest der Strecke in Google Maps angeschaut, ab Neumarkt ├╝bernimmt er. Alles kein Problem!

Von wegen! Schon bald verl├Ąsst uns die Ortskenntnis. Was auf google ganz einfach ausgesehen hat, ist ein Netz aus winzigen Landstra├čen, das kreuz und quer durch versprengte D├Ârfer verl├Ąuft und uns nach ein paar Kilometern abh├Ąngt.

Mit etlichen Stops, Richtungswechseln und Navigation via Smartphone kreisen wir langsam unser Ziel ein. Mit M├╝he und Not finden wir Hirschbach - jetzt noch das richtige Haus finden. Wir sind schon fast wieder aus dem Ort heraus, da halten wir noch mal an, irgendwo muss das doch sein. Das Handynetz hat hier tats├Ąchlich noch einen wei├čen Fleck und am Ende der Welt ist es mit "schnell anrufen" vorbei...

Wir stehen in einer kleinen Parkbucht, neben uns gro├če Bagger - das darauf Vestner Baggerverleih steht, ist uns nat├╝rlich nicht aufgefallen... Wir sind unserem Ziel schon so nah, das wir zum Haus hin├╝ber schauen k├Ânnten - wenn wir nur w├╝ssten, welches es ist. Umgekehrt entdeckt uns zum Gl├╝ck Jenni vom Balkon aus und f├Ąngt an wie wild zu winken. Endlich kommen wir an!

Team Vestner erwartet uns schon. W├Ąhrend ich mit Jenni ihre Daytona nach der Rennstrecke wieder f├╝r den Stra├čenverkehr tauglich mache, ziehen die M├Ąnner Michls neue Reifen auf. Wenn wir schon mal beim Reifen-Fachmann sind, pr├╝ft Heinz nat├╝rlich auch meine Reifen. Die sind noch tiptop in Schuss. F├╝r eine kleine Ausfahrt am n├Ąchsten Tag ist alles vorbereitet.

Bei einem genauerern Blick auf meine Kette gehen den Jungs allerdings die Augen ├╝ber. Das leichte Ruckeln, von dem ich dachte es kommt vom Motor, liegt an der Kette, die so ausgeleihert ist, dass das Ritzel nicht mehr richtig passt. So kann ich auf keine Fall eine Ausfahrt machen, von den 100 Kilometern Heimweg ganz zu schweigen! Wir entscheiden das es zu gef├Ąhrlich ist damit noch zu fahren und erst die Kette und das Ritzel getauscht werden m├╝ssen.

Es ist ein D├ęja-vue, zu der fahrt als Michl neue Bremsscheiben bekommen sollte... Ich begleite ihn nicht mehr in die Werkstatt, irgendwie muss dann immer meine Maschine dort bleiben.

Naja, eine L├Âsung ist dennoch schnell gefunden. Ich kann die BMW bei Vestners zur├╝ck lassen und bekomme eine neue Kette. Hier noch mal vielen Dank f├╝r eure Hilfe, an Heinz & G├╝nni!

F├╝r die Fahrt w├Ąre nat├╝rlich Michls Soziussitz naheliegend, aber zu Gunsten der Kofferhalterungen hat er die Fu├črasten f├╝r den Sozius abmontiert. Das k├Ânnte eine lange Fahrt werden.

Als Alternative bietet mir Heinz an, mit seiner Kawasaki zu fahren. Ich traue mich am Anfang kaum das Angebot anzunehmen. Ein Motorrad mit so viel PS bin ich noch nie gefahren.

Beim Aufsteigen komme ich mir vor, als w├╝rde ich kniend ├╝ber den Asphalt fliegen. Zum Einen, weil ich das Gas nur ansehen muss, um die Nadel ├╝ber den Tacho zu treiben und zum Anderen, weil ich tief ├╝ber den Tank geb├Ąugt auf der Maschine liege. Doch als ich mich erst einmal ein wenig eingew├Âhnt habe, gef├Ąllt es mir dann doch.

Die Vestners sausen uns nat├╝rlich voraus. Rennstrecken erprobt heizen sie durch die Kurven und jagen uns schnell davon. Selbst mit den PS von Heinz Maschiene traue ich mich nicht, ihnen nach zu hetzen. Daher hinken wir ein bisschen nach, aber an einigen Abbiegern erwarten sie uns dann schon und so kann jeder auf seine Weise die Ausfahrt genie├čen.

Eine kleine Rast gibt es bei Kathi's Br├Ąu, wo uns schon ein Meer aus Motorr├Ądern in allen Formen und Farben erwartet. Scheinbar gibt es keine andere M├Âglichkeit, den Biergarten zu erreichen, als auf zwei R├Ądern!

Danach machen wir uns auf den Heimweg. Jenni, G├╝nni und Heinz begleiten uns noch ein gutes St├╝ck bis in die Zivilisation, sodass wir den R├╝ckweg dieses mal ganz leicht finden.

Langsam habe ich mich auch an die fremde Maschiene gew├Âhnt. Vorallem an die Beschleunigung ;)

Die Kawa darf bei uns in die Garage und wartet wohlbehalten darauf, dass ich sie ihrem Besitzer wieder zur├╝ck bringe, sobald ich meine Maschine wieder abholen darf.

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