Welcome to Saint Tropez

25.

07.

2015

Frankreich Tour | erz├Ąhlt von Anja

Zur Halbzeit unserer Reise erreichen wir Saint Tropez. Ein Ort den man unbedingt gesehen haben muss - und dann schnell daran vorbei fahren sollte! In der Stadt geht es zu, wie in jeder Stadt, doch die wahrhaft herrlichen Orte findet man nur, wenn man ein bisschen sucht und auch Mal ├╝ber Stock und Stein ins Blaue hinein f├Ąhrt.

Es ist hei├č. Ein kleiner Berg durch Weinterassen f├╝hrt uns nach Saint Tropez. Wir k├Ânnen schon das Wasser des Mittelmeer glitzern sehen, doch dieser vermaledeite Berg scheint kein Ende zu nehmen! Es geht in engen Serpentinen hinab, dicke Mauern sch├╝tzen den Hang vor dem Abrutschen. Leider hat es bereits im Schatten um die vierzig Grad und wir sind der prallen Sonne ausgeliefert. Die St├╝tzmauern sind aufgeheizt und strahlen wie ein H├Ąhnchengrill mal von links, mal von rechts die Temperaturen zur├╝ck, bis wir in der Kombi fast gar sind. Der hei├če Asphalt und Motor unter uns machen die Sache nicht besser.

Das k├╝hle, salzige Nass ist so nah und doch so fern! Unverzagt fahren wir weiter und n├Ąhern uns der K├╝ste. Doch kaum erreichen wir die Stadt, erreichen wir ebenso das Stauende...

Zum Thema Stau bin ich eigen was Motorradfahrer angeht. Ich fahre nicht an der Autoschlange vorbei! Jeder Motorradfahrer m├Âchte als vollwertiges Mitglied im Stra├čenverkehr betrachtet werden, aber wenn es ihm passt, dann ist das schnell vergessen. So nicht! Doch ich muss sagen, dass ich schwach geworden bin - aber nur, weil ich enrsthafte Sorgen hatte, dass ich in der Kombi anbrenne! Zwischen den vielen laufenden Motoren und einer Stra├če die nackte Fu├čsohlen in Sekunden ger├Âstet h├Ątte, w├╝nsche ich mir unsere sch├Ânen Grill-Mauern von vorhin zur├╝ck!

Wir lassen den Stau also im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und entfliehen dem Gewirr. Was wir bisher gesehen haben: An der Promenade tummeln sich kurze R├Âcke und Bikinis, die hoffen die dicken Jachten, die im Hafen vor Anker liegen auf sich aufmerksam zu machen. Ein stilles Wasser im Caf├ę von dem aus man all das beobachten k├Ânnte kostet 8 Euro und verschwitzt und staubig wie wir sind, brauchen wir es nicht wagen ein Restaurant zu betreten. Ein herrlicher Ort!

Jetzt erst mal ein Hotel suchen. Doch auch das wird schwierig! Ab vom Schuss hoffen wir auf ein g├╝nstiges Hotel. Die meisten Hotels haben auch ihre Preisschilder aush├Ąngen, sodass wir uns nicht komplett blamieren, wenn wir versehentlich in eine marmorgeflie├čte Lobby stolpern.

Wir halten vor einem vielversprechendes Hotel und vergleichen die Preise mit unserer Reisekasse. Die aufgebretzelte Tante, die uns mit ihrem Chiwawa im Gutschi T├Ąschchen entgegen kam, h├Ątte uns schon eine Warnung sein k├Ânnen. 500 Euro f├╝r das g├╝nstigste Zimmer, soviel haben wir bisher f├╝r alle Campingplatze im ganzen Urlaub zusammen genommen bezahlt...

Wir stromern schlie├člich weiter und folgen der K├╝ste noch eine Weile. Endlich taucht ein Campingplatzschild auf. Unsere Rettung! Wir folgen den Schildern. Die Stra├če wird immer kleiner. Die Schilder werden immer seltener und es handelt sich lediglich um ein Hand geschriebenes Schild "chez Marcel". Der Asphalt endet in Schotterpiste. Wir werden stutzig. Wann war noch gleich das letzte Schilde? Haben wir etwas verpasst.

Wir folgen dem Trampelpfad noch etwa eineinhalb Kilometer, da taucht wieder ein handgeschriebenes Schild auf: "Rezeption". Ach ja? Das wagen wir zu bezweifeln. Wir ├╝berholen eine Frau, die sich wahrscheinlich wundert, welche Idioten sich hier mit den Motorr├Ądern so derma├čen verfahren haben...

Doch wie durch ein Wunder stehen wir auf einmal tats├Ąchlich vor einem Campingplatz. Die Frau holt uns wieder ein und spricht uns promt auf Deutsch an. Sie ist die Besitzerin des Platzes, geb├╝rtige Deutsche und hat unsere Nummernschilder schon l├Ąngst erkannt. Es ist gerade noch einen Stellplatz f├╝r uns frei.

Der Campingplatz ist herrlich! Es ist Platz f├╝r h├Âchstens sechzig Camper und ist eingeschlossen von hohen B├╝schen und Weinfeldern. ├ťber einen kleinen Pfad kommt man innerhalb von zwanzig Minuten zu Fu├č ans Meer und in der Fr├╝h h├Ąlt ein kleiner B├Ąckerwagen, der frische Baguettes und Croissants zum Fr├╝hst├╝ck bringt. Besser h├Ątten wir es nicht erwischen k├Ânnen! (Und das ganze ├╝brigens f├╝r 24 - statt 500 Euro!)

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