Norwegen, wir kommen!

11.

07.

2016

Norwegen Tour | erz├Ąhlt von Anja

Mittwoch Nachmittag. Ich bereite noch die letzten Arbeiten f├╝r die Urlaubs├╝bergabe in der Agentur vor, w├Ąhrend Michl zu Hause schon die Maschinen bel├Ądt. Es ist alles bereit f├╝r unsere Tour durch Norwegen und Schweden.

Um 15 Uhr starten wir die Motoren. On Wheels geht es jetzt erst einmal bis Rostock. Erste Etappe: Leipzig. In der H├Ąlfte der Strecke finden wir ein Hotel, direkt am Leipziger Flughafen, also knapp neben der Autobahn. Dort k├Ânnen wir die Nacht ausruhen und mit einem erstklassigen Fr├╝hst├╝ck in die zweite Etappe starten. 700 km an zwei Tagen scheinen kein Problem.

Michl f├Ąhrt schon vor mir, um die anstehende Navigation zum Hafen zu ├╝bernehmen, als in voller Fahrt auf der Autobahn seine Geschwindigkeitsanzeige auf 0 f├Ąllt. Da die Maschine noch volle Leistung hat und es nicht an einer Sicherung liegen kann - die Geschwindigkeits├╝bertragung der Twin ist tats├Ąchlich noch mechanisch! - suchen wir vorsichtshalber noch nach einer Werkstatt in Rostock.

Gesagt getan. Kurzerhand stehen wir beim Honda Motorradcenter und haben Michls Vorderrad komplett abgebaut. An sich nichts, was ein kleines Ersatzteil nicht beheben w├╝rde. Aber auf Vorrat ist das nat├╝rlich nicht (die Twin ist eben schon zwanzig Jahre alt). Wenn es einen nicht st├Ârt, dass man die Geschwindigkeit sch├Ątzen muss, kann man jedoch sorgenfrei weiter fahren. Da wir das Gamin mit Geschwindigkeitsanzeige ja dabei haben und ich Michl ohnehin z├╝gle, wenn er zu schnell f├Ąhrt, ist das kein Problem. Wir bauen das Rad ganz einfach wieder an und begeben uns wie geplant auf die F├Ąhre. 

Gespannt beobachten wir das entladen der riesigen F├Ąhre, w├Ąhrend wir warten, dass wir selbst hinein fahren k├Ânnen. Zun├Ąchst wird eine komplette Stra├čenbahn mit mehreren Wagons abgeladen. Auf einem riesen Lastwagen mit beweglichen Anh├Ąngern schl├Ąngelt Sie sich aus dem Bauch des Schiffes. Es folgen ├╝ber siebzig Lastwagen, die einer nach dem anderen heraus gefahren kommen. Dazwischen nat├╝rlich einige Autos und Passagiere und wir wundern uns wo das alles Platz haben soll, als eine kleine Lock angefahren kommt und auf Schienen, die in der F├Ąhre verlegt sind noch einmal sechzehn Wagons heraus bef├Ârdert!

Noch w├Ąhrend weitere LKW heraus gefahren kommen (wie vermuten, dass es unter dem Schiff ein geheimes Versteck im Meer gibt) werden schon weitere G├╝ter in beeindruckender Geschwindigkeit aufgeladen. Endlich sind auch wir an der Reihe. Zusammen mit zwei weiteren Motorr├Ądern fahren wir ins LKW Deck und befestigen sicher die Maschinen.

Wir nehmen nur das n├Âtigste mit nach oben in unsere winzige Kabine. Doch ich bin ganz fasziniert, von dem ÔÇ×LuxusÔÇť den wir haben. Nat├╝rlich ist alles sehr bescheiden, aber w├Ąhrend wir uns duschen und bequem ins Bett legen k├Ânnen, sitzen die meisten in einem Abteil wie im Zug oder schlafen im Speisesaal auf der Bank. 

So weit vom Festland entfernt war ich noch nie mit einem Schiff. Gespannt beobachten wir die Ausfahrt aus dem Hafen und sehen beim Aufstehen nur das Meer um uns herum.

In aller fr├╝he (es ist 6 Uhr morgens) landen wir in Trelleborg, Schweden. Zun├Ąchst nehmen wir die Autobahn um die vielbefahrene K├╝stenregion zu verlassen und machen einiges an Strecke. 

Am Abend suchen wir uns kleinere Stra├čen, abseits von viel Verkehr. Ein kleiner Feldweg, bei dem keine Briefk├Ąsten stehen ÔÇô die ein Haus am Ende der Stra├če vermuten lassen ÔÇô sieht vielversprechend f├╝r ein Nachtlager aus. Der Pfad ist schmal und f├╝hrt ├╝ber Stock und Stein in den Wald hinein. Vorsichtig fahren wir entlang. Michl ist genau vor mir, wo sich der Weg in eine einzige Schlammpf├╝tze verwandelt. Er versucht hindurch zu steuern, da rutscht sein Hinterrad. Gerade so kann er die Maschine aufrichten, kommt aber vom Weg ab und rutscht noch einmal, diesmal direkt in den Schlamm. Mir bleibt fast das Herz stehen. Der seitliche Koffer ist ab und die Twin liegt auf der Seite im Schlamm. Gemeinsam k├Ânnen wir das Motorrad wieder aufrichten und abgesehen davon, das der Koffer jetzt etwas steiler in der Halterung klemmt scheint nichts geschehen zu sein!

Die Schlammpf├╝tze ist ├╝brigens direkt vor einer kleinen Bucht im Ge├Ąst, die sich hervorragend als Zeltplatz eignet. Wir sehen das also als Zeichen und bleiben an Ort und Stelle. Wenn man bedenkt, dass wir um 5 Uhr aufgestanden sind wird es auch h├Âchste Zeit! Zu Abend gibt es Nudeln und K├Âttbullar ÔÇô wir sind ja schlie├člich in Schweden ÔÇô und neben unserem Lager sind sogar ein paar Heidelbeeren zu finden, die einen leckeren Nachtisch abgeben.

Auch am n├Ąchsten Tag geht es gen Norden und Abends wieder ins Gr├╝ne. Am Ende eines kleinen Forstweges entdecken wir einen gro├čen Wendeplatz, den wir f├╝r unser Lager nutzen. Es wird nach dem grauen Tag noch einmal sonnig und wir sitzen unter unserem Vordach und bereiten schon mal s├╝├čes Brot f├╝r das n├Ąchste Fr├╝hst├╝ck vor. Nachteil an unserem herrlichen Platz sind blutr├╝nstige M├╝cken! Im Lager kommen wir ihnen mit Duftkerzen und beim Abendessen mit der Brennerflamme bei. Gef├Ąhrlich werden sie mir vor allem aber auf dem stillen ├ľrtchen!

Am Wegesrand entdecken wir am n├Ąchsten Tag zum ersten mal Elche. In einiger Entfernung grasen sie am Waldrand. Die vorbeifahrenden Autos st├Âren sie kein bisschen. Doch kaum halten wir an und stellen den Motor ab, heben sie die K├Âpfe und schauen sofort zu uns. Noch bevor wir die Kamera z├╝cken k├Ânnen verschwinden sie schon ins Unterholz. Paparazzis scheinen die hiesigen Elche schon zu kennen.

Am Abend g├Ânnen wir uns zum ersten mal einen Campingplatz. Achtung: Man braucht eine Campingkarte um mit dem Zelt auf den Pl├Ątzen zu ├╝bernachten. Man kann sie aber direkt am Platz f├╝r knapp zwanzig Euro kaufen. 

Der Campingplatz ÔÇ×Gr├Âne BackeÔÇť ist super sauber, wir genie├čen eine hei├če Dusche und da es regnet machen wir unser Fr├╝hst├╝ck in der K├╝che, die frei zur Verf├╝gung steht.

Dann geht es direkt weiter ├╝ber die norwegische Grenze und direkt in die HauptstadtÔÇŽ

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